Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in der Tagesklinik

Bevor Sie sich über tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in unserer Tagesklinik informieren, kann Ihnen unsere Information zur Psychotherapie im Allgemeinen wichtige Vorinformationen geben.

Was ist tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist aus der Psychoanalyse entwickelt worden. Die Psychoanalyse verlangt einen bestimmten Rahmen, dazu zählt z.B., dass der Analysand bzw. Patient (w/m/d) liegt und der Analytiker (w/m/d) hinter ihm sitzt. Der Analytiker lässt den Analysanden “Material” produzieren, das heißt frei sprechen. Menschen, die hoch belastet sind, brauchen aber oftmals ein fassbares Gegenüber. Sie sind auf Hilfestellungen von außen zumindest vorübergehend angewiesen. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie hat sich in diese Richtung geöffnet. Man sitzt sich wie auch in der Verhaltenstherapie gegenüber und der Psychotherapeut (w/m/d) ist präsent und reagiert.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie beschäftigt sich mit der unbewussten Seite der innerseelischen Vorgänge. Im Rahmen dieses Verfahrens wird herausgearbeitet, wie diese unbewusste Seite das aktuelle Erleben beeinflusst. Es geht also darum, wie ein unbewusster Konflikt im Hier und Jetzt wirksam wird. Hierbei wird berücksichtigt, wie sich dieser Konflikt auf die therapeutische Beziehung auswirkt. Dies meint man mit den Begriffen Übertragung und Gegenübertragung. Eine Übertragung bezeichnet die „Neu-Inszenierung“ verinnerlichter früher Erfahrungen in der gegenwärtigen therapeutischen Beziehung. Der Begriff Gegenübertragung bezeichnet die innere Reaktion des Therapeuten auf die Übertragung. Ein erfahrener Therapeut weiß diese in der Behandlung zu nutzen.

Zum Verständnis der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie gilt es noch zwei weitere Begriffe einzuführen: Abwehr und Widerstand. Diese Phänomene zu verstehen, ist für den therapeutischen Prozess sehr wertvoll. Abgewehrt werden bestimmte Inhalte und damit verbundene Gefühle; z.B. stemmt sich ein Patient dagegen, dass eine bedrohliche Emotion bewusst wird. Der Begriff Widerstand bezieht sich hingegen auf den Fortgang der Behandlung. Auch in diesem Bereich kann es ein (teilweise sogar sinnvoller) Selbstschutz sein, sich dagegen zu wehren, dass die Therapie in eine bestimmte Richtung fortschreitet. In einer gelingenden Therapie werden Sie es schaffen, gemeinsam mit Ihrem Therapeuten sowohl in die Richtung der Abwehr wie auch der Widerstände zu blicken und diese zu hinterfragen und mit ihren seelischen Vorgängen in Verbindung zu bringen.

Wie unterscheiden sich Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Die Verfahren haben sich deutlich einander angenähert. Warum das so wichtig ist, erfahren Sie in unserer Erklärung zu einer allgemeinen Psychotherapie. Zwar unterscheiden sich der Verstehenshorizont und die Arbeitsweise in vielen Punkten, letztlich hat man aber voneinander gelernt und die zielführenden Elemente des jeweils anderen Verfahren integriert.

Diese Haltung vertreten auch wir – wir bevorzugen eine wissenschaftlich fundierte Psychotherapie, die sich an nachgewiesenen Wirkfaktoren ausrichtet und die Erkenntnisse beider Grundorientierungen berücksichtigt. Wenngleich die meisten unserer Mitarbeiterinnen (w/m/d) verhaltenstherapeutisch orientiert sind, so ist es im Einzelfall auch möglich, eine Psychotherapie mit tiefenpsychologischem Schwerpunkt durchzuführen. 

… und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in der Phoenixseeklinik in Dortmund?

Wir übernehmen Verantwortung dafür, dass es Ihnen nach der Behandlung bei uns deutlich besser geht – Sie im Idealfall gesund geworden sind oder Ihr Leiden so weit lindern konnten, dass Sie Ihren Alltag und Beruf wieder gut bewältigen und die weitere Therapie ambulant gestalten können. Aus diesem Grunde kombinieren wir Elemente wirksamer Psychotherapieverfahren dort, wo es sinnvoll ist.

Überdies wenden wir Weiterentwicklungen der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie an, wenn dies angebracht ist.

Ein Beispiel hierfür ist die Mentalisierungsbasierte Psychotherapie (MBT). Hierbei geht es um die Förderung des Verständnisses der eigenen Wünsche, Gedanken und Überzeugungen. Insbesondere im Gruppen-Setting wird dabei eingeübt, sich auch in andere Menschen hineinzuversetzen und auch deren Wünsche, Gedanken und Überzeugungen besser zu verstehen. Dieses Verfahren eignet sich besonders gut für Menschen, die Schwierigkeiten in Beziehungen zu anderen haben oder immer wieder mit anderen aneinandergeraten, aber auch Schwierigkeiten damit haben, eigene Bedürfnisse zu erkennen, zu benennen, zu differenzieren und nach außen hin zu vertreten. Das Verfahren wird z.B. bei Menschen mit emotionaler Instabilität eingesetzt.

Sollten die Schwierigkeiten mit eigener Emotionalität, Spannungsgefühlen, eigener Identität und Beziehungen zu anderen ausgeprägter sein, spricht man von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Für Menschen, die daran leiden, wurde die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) von M. Linehan entwickelt, die selbst betroffen war. Diese Therapierichtung ist allerdings eher aus der kognitiven Verhaltenstherapie entstanden.

Eine Weiterentwicklung der tiefenpsychologisch orientierten (= psychodynamischen) Psychotherapierichtung ist die Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP), die ebenfalls häufig bei Persönlichkeitsstörungen eingesetzt wird, aber eben auch dann, wenn diese gemeinsam mit depressiven Störungen vorkommen.

Die Psychotherapie wird in der Phoenixseeklinik in Dortmund in einer hohen Frequenz angeboten (4 Einzelstunden pro Woche und 2 x 100 Minuten Gruppenpsychotherapie pro Woche). Diese ist als eines unter mehreren Verfahren eingebettet in ein individuelles, intensives Therapiesetting.