Sport ist ein Antidepressivum!
Bewegung als Beitrag zur psychischen Gesundheit: Neue Studienergebnisse
Sport kann eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Depressionen spielen. Eine neue Studie hat gezeigt, dass regelmäßige körperliche Aktivität signifikante positive Effekte auf depressive Symptome hat, vergleichbar mit etablierten Behandlungen wie kognitiver Verhaltenstherapie und Antidepressiva.
Diese Erkenntnisse stammen aus einer systematischen Übersichtsarbeit und einer Netzwerk-Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien, die 218 Studien mit insgesamt 14.170 Teilnehmern einschloss (Noetel, M., et al. (2024). Effect of exercise for depression: systematic review and network meta-analysis of randomised controlled trials. *BMJ*, 384, e075847. doi:10.1136/bmj-2023-075847).
Die Untersuchung fand heraus, dass verschiedene Sportarten unterschiedliche Wirkungen auf den Verlauf einer Depression haben. Zu den effektivsten gehören Spazierengehen oder Joggen, Yoga und Krafttraining. Die Studie hebt auch hervor, dass die Wirkung von Sport auf Depressionen durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird, darunter Geschlecht und Alter. Insbesondere das Spazierengehen oder Joggen zeigte bei beiden Geschlechtern eine starke Wirkung, während Yoga besonders bei Männern und älteren Erwachsenen wirksam war. Krafttraining erwies sich als besonders effektiv bei Frauen und jüngeren Erwachsenen. Tanzen wurde ebenfalls als eine effektive Form der Bewegung identifiziert.
Eine weitere interessante Erkenntnis der Studie ist, dass die Kombination von Sport mit anderen Behandlungen, wie kognitiver Verhaltenstherapie oder der Einnahme von Antidepressiva, stärkere Effekte zeigt als Sport allein. Dies unterstreicht die Bedeutung eines integrativen Behandlungsansatzes, bei dem körperliche Aktivität als ergänzende Therapie genutzt wird.
Zusammenfassend stellt Sport eine wertvolle Ergänzung zur Behandlung von Depressionen dar. Durch regelmäßige Bewegung können depressive Symptome deutlich gelindert werden, was zu einer verbesserten Lebensqualität führt. Daher integrieren wir in der Tagesklinik körperliche Aktivität in den Behandlungsplan, beispielsweise durch Sporttherapie und Yoga.