Musiktherapie

Um Ihnen die Musiktherapie näher zu bringen, stellt sich zunächst die Frage: Was ist eigentlich Musik?

Musik ganz grundlegend: Musik ist vom Menschen gestalteter Schall. Sie ist akustisches Geschehen, das abhängig von Zeit ist, aber Zeit auch strukturiert. Sie kann menschliches Erleben transportieren und symbolisieren. Musik befindet sich im Spannungsfeld individueller und kultureller Bedingungen und ist dort wirksam und bedeutsam.

Was ist Musiktherapie?

Musiktherapie ist eine nicht sprachgebundene Form der Psychotherapie. Sie bedient sich des Mediums der Musik, um inneres Erleben damit auszudrücken. Musiktherapie fördert über Klänge und Rhythmen die aktive Wahrnehmung und „Wieder-Wahrnehmung“ von Gefühlen, die Differenzierung und den Ausdruck eigener Gefühle.

In der Musiktherapie-Gruppe können auch soziale Fertigkeiten, wie beispielsweise Kontakt- und Beziehungsfähigkeit sowie Abgrenzungs- und Konfliktfähigkeit, entwickelt und erfahren werden. Patientinnen und Patienten benötigen keinerlei musikalische Vorkenntnisse. Alternativ besteht im Rahmen der Therapiestunde die Möglichkeit zum bewussten Hören von Musik. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den individuellen musikalischen Vorlieben.

Ein Therapieverfahren mit Geschichte

Laut der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (dmtg) wurden bereits vor 4200 Jahren  „Tempelhymnen“ komponiert, mit welchen Kranke geheilt werden sollten. Die Musik mit ihrer magisch-mystischen Wirkung war bis zur Frühantike fest in ein Heilritual eingebunden. Die Kranken und/oder die Heiler verfielen in einen tranceartigen Zustand, in dem Götter beschwört und Dämonen vertrieben werden konnten. In Antike und Mittelalter sollte die Musik eher „Unordnung beseitigen“ und „die Seele erziehen“. Ein Mensch wurde als krank bezeichnet, wenn sein Puls in Tempo und Intensität von der Norm abwich. Bis 1550 gehörte die Musik zum Fächerkanon eines Medizinstudiums.

Und heute?

In der Phoenixseeklinik in Dortmund ist die Musiktherapie neben Kunst- und Körpertherapie fester Bestandteil der Kreativtherapien. Musik wird in der Gruppe und bei Bedarf auch im Einzel angeboten. Oftmals kommen die Patientinnen und Patienten, vor allem solche mit hohen Leistungsansprüchen an sich und andere, in diesen Therapien erstmals intensiv mit ihren Gefühlen in Kontakt. Ein sicherer und haltgebender Rahmen ist daher Voraussetzung.